Wenn man Experten aus der Beauty-Branche zum Thema Anti-Aging befragt, kommt oft die selbe Antwort: „Die Sonne ist der Feind!“. Sie verursacht, dass wir schneller altern und braune unebenmäßige Flecken bekommen, bereitet so manch unangenehmen Sonnenbrand und um nicht das Wichtigste zu vergessen – sie ist eine der größten Risikofaktoren für den Hautkrebs! Aber wir jungen Leute (keine Sorge… nicht nur wir, auch die Generation vor uns und die davor) wollen nicht so wirklich den negativen Hintergrund wahrhaben. Laut Studien setzen 1/3 der Jugendlichen „gebräunte Haut“ mit „gesund aussehen“ gleich und 80% sagen, sie sehen mit einem „Tan“ besser aus. Emotional haben wir den Wunsch nach mehr Bräune, rational nach Schutz. Den meisten Menschen ist mittlerweile zwar bewusst, wie wichtig ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF) ist, sie wollen trotzdem intensiv bräunen, das aber möglichst gesund. ABER leider hinterlässt die Sonne unter diesem oberflächlichen „schönen Tan“ sehr viele unangenehme Spuren, die man nicht sieht. Zumindest nicht sofort.

Ja ich weiß, ein adäquater Sonnenschutz ist manchmal etwas „nervend“ – ein weiterer Schritt den man zu seiner ohnehin schon stressigen Morgenroutine hinzufügen muss. Aber Lichtschutz ist eine wichtige Prophylaxe für die Gesundheit, die man selbst täglich machen kann. Und falls du besorgt bist, dass du damit deine Akne wieder verschlechterst, du blass aussiehst oder deine sensible Gesichtshaut damit zu sehr strapazieren könntest, keine Sorge. Ich habe versucht ein paar präventive Maßnahmen mit hohem Schutzpotential zusammenzustellen, ohne den unangenehmen Nebenerscheinungen.

Empfindliche Haut

Empfindliche Haut stellt besondere Anforderungen an die Sonnenpflege: Sie benötigt hohen Schutz, verträgt viele Wirkstoffe aber schlecht. Geeignet vor allem für den zarten Augenbereich sind physikalische Filter wie Titan- und Zinkoxid, da sie nicht (wie die chemischen Filter) in die Haut eindringen, sondern auf der Oberfläche liegen und die UV-Strahlung reflektieren. Bestandteile wie Thermalwasser, Karitébutter und Ingwerextrakt pflegen und beruhigen gereizte Partien. Perfekt für alle, die nicht auf Make-up verzichten möchten: SPF-Fluids mit leichter Tönung.

Unreine Haut

Viele Sonnencremes sind zu reichhaltig, verstopfen die Poren und können zu Unreinheiten führen. Neigt man zu öliger, fettiger Haut, sollte man einen Sonnenschutz mit chemischem Filter meiden. Besser eignen sich auch hier physikalische UV-Filter, die das Sonnenlicht reflektieren. Außerdem sind ölreduzierte und mattierende Formeln mit Perlit & Zink, die den Glanz aufnehmen, zu empfehlen.

Pigmentierte Haut

Prinzipiell sollten Menschen, die zu einer hyperpigmentierten Haut neigen (das sind vor allem Schwangere oder Frauen die eine hormonelle Belastung durch zB. Antibabypille oder Hormonspirale haben) eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor verwenden und zusätzlich aktiv textilen Schutz (z.B. Kappe, Sonnenhut) durchführen. Gleichzeitig kann Vitamin C die Produktion von Melanin reduzieren (dabei sollte man jedoch nur Produkte verwenden, die unter einer Konzentration von 5 % liegen) bzw. Glabridin die übermäßige Melaninsynthese hemmen.

Sonnenschutz mit Hyaluronsäure & Co

Die neuesten Entwicklungen bieten mit Antioxidantien und Enzymtechnologie zusätzliche Sicherheit vor lichtbedingter Hautalterung. Spezielle Zusammensetzungen sorgen für ein noch angenehmeres Hautgefühl, wie zB. Sonnencremen mit integrierter Hyaluronsäure – diese spenden Feuchtigkeit, füllen Falten auf und verleihen der Haut den heißbegehrten Glow-Effekt (siehe meinen letzten Blogbeitrag).

Sonnenschutz für das Haar

Wenn es um Sonnenschutz geht, kümmern wir uns vorrangig um unsere Haut. Oft vergessen wird dabei aber das Haar. Das reagiert – ebenso wie die Haut – sehr empfindlich auf starke UV-Strahlung. Diese verbrennt die schützenden Schichten der Haarfollikel und sorgt für Feuchtigkeitsverlust, Brüchigkeit und verblasste Farben. Zusätzlich trocknen Chlor und Meersalz die Haare dementsprechend aus. Sprödes und glanzloses Aprés-Holiday-Hair ist leider oft die Folge. Shampoos und After-Sun-Produkte helfen bei Pflege und Sonnenschutz. Hilfe liefern außerdem pflegende Hitzeschutz-Sprays mit UVA- und UVB-Filtern, Ölen und Vitaminen.

Wichtigsten SUN-FACTS:

Wie dosiert man Sonnenschutz richtig?

Die Grundformel für adäquaten Sonnenschutz besagt 2mg/cm2 Haut. Einfacher gesagt, empfehle ich als ausreichende Menge für das Gesicht ca. einen und für den restlichen Körper ca. 5-6 Teelöffel Sonnencreme. D.h. für eine ganze Woche Urlaub benötigt man pro Person mindestens eine 250ml Packung. Als Grundregel für alle Cremes gilt, egal ob mit hohem oder niedrigem Lichtschutzfaktor, sie spätestens nach zwei Stunden zu erneuern.

Wann ist die Sonne am stärksten?

Von 11 Uhr bis 15 Uhr sollte man die Sonne generell meiden. Davor und danach sollte man unbedingt einen Sonnenschutz verwenden. Vor allem wenn man sich am Strand oder Pool befindet: Die reflektierende Wasseroberfläche kann Sonnenstrahlen direkt in deine Richtung lenken.

Was bedeutet wasserfest bei einer Sonnenpflege tatsächlich?

Wasserfest bedeutet lediglich, dass nach dem Aufenthalt im Wasser für eine bestimmte Zeit noch mindestens die Hälfte des ursprünglichen Schutzes vorhanden ist. Ich rate dazu, den Sonnenschutz nach einem ausgiebigen Aufenthalt im Wasser zu erneuern.

Sonnenallergie – was tun?

Bei empfindlicher Haut ist ein sogenanntes „Sun Hardening“ sinnvoll, vor allem wenn ein Aufenthalt in südlichen Ländern geplant ist. Dafür wird in einer medizinischen Sonnenkabine vom Arzt die UVA/UVB-Bestrahlung so eingestellt, dass am ganzen Körper ein natürlicher Schutz aufgebaut wird. Des Weiteren gibt es schon tolle leichte Texturen, die speziell für Sonnenallergiker entwickelt wurden.

Dos und Don’ts beim Bräunen

Do:

Verwende Produkte, die Hyaluronsäure, Thermalwasser und Panthenol enthalten, um die Hydratation zu fördern und Entzündungen zu lindern.

Trage Baumwollkleidung, damit die Haut atmen kann.

Warte mindestens drei Wochen nach jeder Hautbehandlung (wie Laserbehandlungen und Peelings), bevor du deine Haut der Sonne aussetzt.

Don’t:

Verwende keine Retinoide oder Peelings wie Glykol- und Salicylsäuren in den Sommermonaten, die die Haut sonnenempfindlicher machen können. Alle Produkte auf Vitamin-C-Basis sollten eine Konzentration von weniger als 5% aufweisen.

Tragen keine Parfums und Öle in der Sonne, da diese bei UV-Einwirkung zu Entzündungen führen können. Sei auch vorsichtig bei Kontakt mit bestimmten Substanzen wie Limetten, Petersilie, Pastinaken, usw. – diese können in Zusammenwirkung mit UV Licht zu sog. Phytophotodermatitis führen. Also zu bläschenförmigen, schmerzhaften Entzündungen der Haut.

Have a great summer!
Stay healthy and cool,
X Kerstin

Photos by Manuel Ortlechner

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Kerstin is mother, dermatologist and an amazing power lady! As L'ORÉAL Global Ambassador she travels the world.

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