Feinstens. Vom Feinsten der Name wohl hergeholt. Verspricht einiges schon im Vorfeld. Zur Erklärung, es geht um meinen Hochzeitsanzug. Ursprünglich hatte ich vor, mir einen schönen Zwirn von der Stange zu holen, denn nackt zu gehen war bei diesem Anlass nicht die richtige Strategie.

Ein paar Wochen vor der Hochzeit hatte ich wie ich eben bin noch keinen Anzug, weil es bei uns Männern (oder bei mir) meist sehr schnell geht mit der Wahl. Bei meiner Braut (Bräuten) ist das natürlich ein anderes Thema. Monate davor ist meine Holde schon nach Linz gecruist, um ihr Kleid auszuwählen, anzuprobieren und ändern zu lassen. Beim Abholtermin habe ich mich bereit erklärt, es mit ihr zusammen abzuholen.

Ich habe mir dann in einem separaten Raum die Zeit mit CandyCrush und Zitronenwasser auf einem unglaublich bequemen Sofa vertrieben. Die Braut zufrieden, ich ebenso. Dann jedoch verwickelten mich die Gastgeberinnen des Geschäftes in ein Gespräch bezüglich meines Anzuges. Ein paar Stoffproben später hatte ich Zara und Co dann vergessen und von einem maßgeschneiderten Anzug a la James Bond geträumt.

Kaum hatte ich mich mit dem Gedanken angefreundet, steckte ich schon im Anzug und eine sympathische Dame steckte mit Nadeln Millimeter genau den Stoff ab. Das komische war jedoch, ich konnte mir nicht genau vorstellen wie der Anzug dann fertig aussehen würde. Vorweg sieht man nur ein A4 großes Stoffexempel und bei Feinstens waren das schon an die hundert Auswahlmöglichkeiten. Aus verschiedensten Stoffen, Schnitten, Knöpfen, Bünden, Stickereien usw. konnte ich wählen.

Nicht gerade mein Spezialgebiet, wenn ich ehrlich bin. Was mich zusätzlich überraschte war der Preis. Der war nämlich keinesfalls in luftigen Höhen. Man muss immer bedenken, dass es alles Handarbeit und eben für jeden nach seinen Vorstellungen angepasst ist. Das hat natürlich seinen Preis, da brauche ich euch nichts vorzumachen aber ich heirate nur einmal.

Da gab es noch ein kleines zeitliches Problem, denn schon drei Wochen später war die Hochzeit angesetzt. Daher war ich ein wenig skeptisch und ich dachte mir, das wäre kaum möglich, doch ich wurde eines besseren belehrt. Denn zwei Wochen später war er dann vollendet. In seiner Pracht hing er da, nur ich wusste immer noch nicht ob er mir denn tatsächlich passen würde. Ich glaube die Frauen nennen den Moment, wenn sie in ihrem Kleid vor dem Spiegel stehen, WOW-Moment oder so. Jedenfalls hatte ich diesen in jener Sekunde, als mein Blick den Spiegel traf und mein Gehirn das Bild gedreht hatte. Ich sah wirklich gut aus, das behaupte ich nicht oft von mir. Dieser Anzug verleihte mir auf Anhieb einen italienischen, Bräutigam-ich-ehre-und-respektiere-dich-ein-Leben-lang-Gentleman-mäßigen Touch und ich war schon ein wenig baff von der Arbeit der Schneiderin.

Der Anzug begleitete mich an meinem bisher schönsten Tag meines Lebens.Er machte mich nicht zu jemanden der ich nicht war sondern fühlte sich an wie ein alter Freund. Und so lachten und tanzten wir. Hielten Reden, weinten zusammen und waren berauscht von Glücksgefühlen an jenem Tag, den ich am Liebsten noch einmal erleben würde.


Schaut auf alle Fälle vorbei bei FEINSTENS

Die Anzughose ist übrigens genäht von SANTONI NÄHT

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